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DIE GESCHICHTE VON AIDA

 

Zu Beginn der 1990er Jahren beworben sich der Kaufmann Horst Rahe gemeinsam mit seinem damaligen Kollegen Nikolaus Schües zum Kauf der deutschen Seereederei (DSR) bei der Treuhandanstalt. Die DSR sollte damals Betiebe in der DDR privatisieren. Die deutsche Seereederei bestand zu dieser Zeit aus dem 1981 gebauten Schiff Astor und eines durch einen aufsehen erregenden Ost West Deal erworbenes Kreuzfahrtschiff Arkona. Am 12. Juni 1993 war es soweit und der Beschluss an wen die DSR verkauft werden sollte, stand fest. Die DSR ging nicht an den vermuteten Werft Konzer Vulkan sondern an die beiden Hamburger.

 

Die deutsche Seereederei hatte Glück, denn der Werft Konzern ist zwei Jahre später in Konkurs gegangen. Der Beschluss, dass die beiden Hamburger die Reederei erhielten, ging aus dem Grund hervor, dass die beiden der Treuhandanstalt den Ausbau der Flotte versicherten. Nach wenigen Monaten ging es los, es wurden Studien eines neuen Konzepts erstellt. Doch ein Unterschied zum bereits der Flotte angehörendem Schiff Arkona sollte gemacht werden. Das Schiff sollte Leute ansprechen die noch nie eine Kreuzfahrt gemacht hatten. Das neue Konzept entstand durch Teamarbeit und zahlreichen Diskussionen.  Verschiedene Mentalitäten und Hintergründe mussten zusammenfinden. Insgesamt war es ein sehr verschiedenes Team von Experten die in guter Zusammenarbeit ein Ziel verfolgten, etwas besonderes zu schaffen.

 

Horst Rahe verfolgte von Anfang an schon das Ziel, ein modernes Kreuzfahrtprodukt für eine jüngere Altersgruppe, ohne jegliche Kreuzfahrttradition zu schaffen. Außerdem war es wichtig für ihn die erfolgreichen Elemente des Cluburlaubs an Land kreativ an Board mit zu bringen.  Ein anderer, langjähriger im Robinson Club arbeitender, Experte Friedrich Engel wollte nicht einfach nur einen Ferienclub in ein Schiff umzuwandeln sondern die Idee der Ferienclubs weiter zu entwickeln. Die beiden waren damals die Hauptpersonen bei dieser Umsetzung, denn sie ergänzten sich gegenseitig. Horst Rahe brachte den Mut für diese Entwicklung  und die finanziellen Mittel mit und Friedrich Engel brahcte die notwendige Erfahrung und touristische Kompetenz mit.  Den beiden gelang es ein Team von zahlreichen Experten zur Zusammenarbeit zu bewegen. Eine andere Besonderheit des Projektes war die Ost-West Integration, die in der Bevölkerung eher wenig Beachtung fand. Diese Integration war das Aufeinandertreffen von Schifffahrtsleuten aus dem Osten und Marktingfachmännern aus dem Westen. Doch auf genau diesem Team Basis konnte sich das Projekt schön langsam entwickeln.

 

Kai Bunge und Siegfried Schindler waren die Architekten vom Architekturbüro Partner Ship Design die ebenfalls von Anfang an dabei waren. Die beiden haben alle AIDA Schiffe bis heute geplant. Bei der Architektur wurden sehr auf Modernität geachtet. Das alte Kreuzfahrt sollte von Board gehen. Eine der ersten Visionen war das Schiff als Treffpunkt von früh morgens bis in die Nacht zu gestalten. Dazu dient heute noch die auf allen Schiffen existierende AIDA Bar. Sie ist wie ein Stern gebaut. Somit hat man immer eine andere Person gegenüber sitzen.

Auch den Standort für Bars und Restaurants wurde gegenüber den anderen Schiffen erstmals über den Kabinen geplant. Das Schiff soll richtige Urlaubsstimmung aufkommen lassen und soll die Lebensfreude wecken. Daher wurde bei der Innenausstattung mit karibischen Farben gearbeitet.  1993 suchte man ein geeignetes Schiff. Im Visier stand das Linienschiff Viking Saga. Das aber durch einen Brand fast ganz zerstört wurde. Aus dem übrig gebliebenen Rumpf wurde das Schiff Sally Albatros gebaut. Doch noch vor der Besichtigung, rammte das Schiff den Grund. Es entstand ein 100 Meter langer Riss. Michael Thamm, der für die Umsetzung des Clubschiffes zuständig war, besichtigte das marode Schiff. Man entschloss sich dann schließlich für einen Neubau, aufgrund der hohen Wiederaufbaukosten der Albatros. Es wurde lang nach einer Werft gesucht. Am 23 August 1994 erhielt die Kvaerner Masa Yards Werft den Zuschlag. Es lief die Zeit, denn in nur 22 Monaten nach Vertrags-Unterzeichnung sollte das Schiff ausgeliefert werden. 

 

Während man begann das Schiff zu bauen, begann der Kampf mit der Finanzierung. Das Problem war, dass alle Banken denen das AIDA Projekt vorgestellt wurde, einen Kredit ablehnten. Es drohte das Scheitern aufgrund der Finanzierung. Schließlich gelang es 1994 doch eine finnische Exportkreditfinanzierung zu gewähren. Der Haken dabei war, dass man 1997 die Baufinazierung durch langfristige Kredite decken sollte. Durch die Auflage eines Schifffonds sollte dies klappen. 

 

Das entstandene Kreuzfahrtschiff war jeder Hinsicht anders als die übrigen Schiffe. Auch von Außen sollte sie hervorstechen. Daher wurde der Maler Feliks Büttner mit der Bemalung des Rumpfs beauftragt. Seine Idee war es den Bug mit einem riesigen Kussmund „The hot lips“ zu versehen. AIDA war das erste Schiff dazumal das solch eine Bemalung besaß. Pünktlich am 4. Juni 1996 wurde das  Schiff von der Werft übernommen. Am 6. Juni 1996 wurde noch eine Probefahrt mit über 800 Mitarbeitern der DSR durchgeführt. Die ganzen Mitarbeiter waren spürbar begeistert vom neuen Flagschiff.

 

Somit begannen die schwierigen Anfangsjahre. Nachdem das Schiff auf Reisen ging, herrschte eine minimale Nachfrage. Wenige Wochen nach dem Start kam die Nachfrage fast zum Stillstand. Es gelang nicht das Schiff gleich von Anfang an am Markt zu etablieren. Auch die gewünschte junge Zielgruppe interessierte sich nicht für AIDA.

In dieser schwierigen Lage tat man das einzig richtige, man lud Mitarbeiter von Reisebüros ein. Es gelang die Nachfrage zu erhöhen und dennoch ging das erste Jahr mit einem Verlust aus. Ebenso das Durchschnittsalter lag mit 40 Jahren um zwanzig Jahren unter dem Durchschnitt. Die Tageszeitungen schrieben negative Schlagzeilen über AIDA. Es wurde das Ende des Clubschiffs prophezeit. Das AIDA Team dachte sich nur eines „Jetzt erst recht“. Bereits 1997 erhöhten sich die Buchungszahlen und ein leichter Erfolg war zu sehen. Gerade in dieser Situation, kam die vorgesehene Fondsfinanzierung nicht zustande. Das Clubschiff AIDA musste an die Norwegian Cruise Line verkauft werden. Man hat die AIDA kurze Zeit später zurück gechartert. Die Eigentümer legten dies aber nur bis 1999 fest. Nur wenn sich AIDA am Markt etabliert könnte man das Schiff zurückkaufen. Genau am Tag des Verkaufs wurde bereits mit der Planung der beiden Schwesterschiffe begonnen.

 

1998 kam man zur Erkenntnis, dass man aufgrund der finanziellen Lage weder das Schiff zurückkaufen konnte noch Investitionen der beiden Neubauten vornehmen konnte. So wurde nach einem Partner gesucht. Es begannen Gespräche mit der amerikanischen Carnival Cooperation. Man plante den Verkauf an die Carnial Cooperation, doch in letzter Minute platzte der Deal. Wieder eine Rückschlag für die AIDA die in wenigen Monaten nach Ablauf der Charterfrist endgültig verloren gewesen wäre. Horst Rahe führt kurze Zeit darauf Gespräche mit der Reederei P&O. P&O wurde schließlich Mehrheitseigner der AIDA. 

 

Wenige Wochen danach wurde das Schiff zurückgekauft und der Vertrag über zwei Neubauten abgeschlossen. Somit war AIDA nicht nur gerettet sondern auch dabei die Flotte auszubauen. 2000 begann man mit dem AIDA Ausbau. Das erste Schiff AIDA erhielt den Zunamen Cara. Im Jahr 2002 und 2003 ging jeweils ein neues Schiff in Betrieb. Doch die Geschichte nahm noch einmal einen merkwürdigen Verlauf. Die Reederei P&O wollte sich mit der Royal Carribian Cruise Line zusammenschließen. Aus diesem Grund hatte die Carnival Cooperation auch wieder Interesse. So machte sie der P&O ein Angebot, das diese auch annahm. AIDA Cruises wurde von der CC übernommen. Aufgrund des mittlerweile etablierten Unternehmens konnte auch wieder mit positiven Aspekten in die Zukunft geschaut werden.



 

 


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